Prof. Dr. Andreas Ziltener schreibt aus universitärer Sicht

, über das von Yvette Marina Reinberger initiierte MENTORING Programm "UnternehmerInnen schulen zukünftige UnternehmerInnen".

Als die Regionalgruppe Fünfländerblick (Leitung Yvette Marina Reinberger) das Lilienberg Mentoring-Programm ins Leben gerufen hat, bestand zu Beginn vor allem die Möglichkeit das Mentoring über ein geeignetes Publikationsorgans (Girls Drive) einer jungen Leserschaft bekannt zu machen.
Was die konkreten Inhalte des Mentoring-Programms sind, wer die Mentoren sein werden und wie viel Zeit und Ressourcen dafür aufgewendet werden müssen, war zu diesem Zeitpunkt noch völlig unklar.
Trotzdem hat die Gruppe sich entschlossen, das Programm zu lancieren und man war sich einig, dass man dann später entscheiden wird, was man genau mit wem machen möchte.
Zuerst aber sollten sich zuerst einmal junge Mentees auf das Programm bewerben. Gerade diese sehr offene und risikobehaftete Herangehensweise war aber letztlich einer der wichtigsten Pfeiler für den Erfolg des Programms, welche mit folgenden drei Erkenntnissen beschrieben werden kann:

1. Die Regionalgruppe Fünfländerblick hat einen klassisch unternehmerischen Entscheidungsprozess für die Implementierung des Programms gewählt.

2. Es wurden nur Menschen auf dieses Programm aufmerksam, die sowohl eine nötige Portion Risikobereitschaft mitbrachten, als auch die Opportunitäten eines solchen Mentorings trotz oder gerade wegen des offenen Ausgangs erkennen konnten.

3. Es haben sich ausschliesslich mutige, leistungswillige und erfolgsorientierte Persönlichkeiten beworben.

Von aussen betrachtet aber auch in der Selbstreflexion ist ab Beginn des Mentorings bei allen vier Mentees ein typisch unternehmerischer Denkprozess in Gang getreten, der ebenfalls anschaulich an der Theorie der «Effectuation» beschrieben werden kann.

Alle vier Mentees haben sich im Verlauf des Mentoring-Programms die folgenden Fragen beantwortet: «Wer bin ich? Was kann ich? Wen kenne ich? Was kann ich tun» und sie alle sind mit der Beantwortung dieser Fragen individuell zur Erkenntnis gelangt, ob es Sinn macht unternehmerisch tätig zu werden oder nicht. Zwei Mentees gelangten zur Einsicht, dass sie für das Unternehmertum weniger geeignet sind und zwei haben darin ihre nähere Zukunftsperspektive erkannt, welche inzwischen zu neuen Karriere-Zielen geführt hat. Dies ist vermutlich der grösste Beitrag an das Unternehmertum, das dieses Lilienberg Mentoring-Programm momentan leisten kann. Gerade für junge Menschen ist die Frage «Unternehmertum Ja oder Nein?» sehr zentral und kann anders wo wohl kaum oder nur ungenügend beantwortet werden.

Aufgrund des überraschend positiven Ausgangs dieses Lilienberg-Mentoring-Prototyps, hat die Regionalgruppe Fünfländerblick entschieden, eine weitere Durchführung zu starten. Zudem wird auch dieses Mal eine möglichst offene und unsichere Ausschreibung gewählt, damit sich wieder junge Persönlichkeiten bewerben, welche ein wirksames Schlussfolgern dem kausalen vorziehen. Wir sind gespannt!

*Prof. Dr. Andreas Ziltener ist Professor für Entrepreneurial Management an der HTW Chur und Mitglied der Regionalgruppe Fünfländerblick.

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